Vor einigen Wochen ging ein Aufschrei durchs Internet: Nachdem sich der YouTuber Rezo in einem Video an den Regierungsparteien abarbeitete, folgten prompt die Reaktionen im Netz. Dabei fiel (nicht nur) uns auf, dass die etablierten Parteien nicht so recht mit dem Erfolg des Videos, den Kommentaren drumherum und letztlich auch nicht mit ihren eigenen (Online-)Stellungnahmen umgehen konnten (oder wollten).

Im Angesicht der nahenden Landtagswahl in Sachsen am 1. September und dem aktuellen Parteienstimmungsbild im Freistaat – offline wie auch online – fassten wir kurzer Hand einen Entschluss: Noch vor der Landtagswahl wollten wir als Agentur mit Hauptsitz im Leipzig die sächsischen Politiker und politischen Akteure in Sachen Online-Kommunikation  mit Wissen aufladen und Lösungsansätze aufzeigen. Dazu haben wir das #DigitalCamp19 – Demokratie im Klartext ins Leben gerufen mit dem Ziel Politiker und Online-Experten zusammenzubringen Wir selbst traten als Organisatoren der eintägigen Veranstaltung am 25. Juni 2019 im Hintergrund auf und überließen das Feld den angeworbenen Referent*innen.

Nach einem Begrüßungsvideo unseres Geschäftsführers Benedict Rehbein eröffnete Christian Wolff, Initiator der Demokratie-Initiative „Aufruf2019“ die als Barcamp angelegte Tagung mit einem Impulsvortrag. Er stellte eine Hand voll erfolgreicher (Online-)Initiativen vor, um auf die Mobilisierungsmöglichkeiten des Internets hinzuweisen. Anschließend wies Dr. Thorben Prenzel, Autor des Buches „Fake News – Moderne Lügen entlarven und entspannt reagieren“, in seiner Keynote darauf hin, welche Auswirkungen falsche Informationen für die politische Online-Kommunikation mit sich bringen und wie man Ihnen entgegentreten kann. Im letzten Kurzvortrag des Tages zeigten die Kommunikationsberater Björn Hesse, Paul Müller (Attention Berlin) und Kai Hinz (Argus Data Insights), welche Faktoren bei der Online-Wahlkampfkommunikation die wichtigste Rolle spielen.

So inspiriert standen für die rund 50 Teilnehmer nach der kurzen Einführung zwei Runden mit jeweils fünf Themen-Workshops auf dem Plan. Sie hatten also die Qual der Wahl und konnten am Tag zwei Workshops besuchen. Die Themen waren vielfältig: Unter anderem ging es um Fake News, Medienrecht, Transparenz der Online-Kommunikation, den Umgang mit Hass-Kommentaren und Rechtsextremismus, Digital (Ad) Campaigning, Podcasting, Integration von Social Media-Kommunikation in den Alltag, Community-Aufbau und -Management, Dialogorientierung im Netz, sowie den Einsatz und die Bedeutung von Social Media Influencern.

In den Workshops haben die Teilnehmer vor allem die größten Herausforderungen und Probleme zum jeweiligen Thema identifiziert und anschließend an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet. Das Ziel hierbei war es, im Austausch mit Kollegen und Experten am Ende jedes Workshops Ideen zu lang- und kurzfristige Maßnahmen zu entwerfen, um Online-Kommunikation zu verbessern bzw. besser damit umgehen zu können. Den Abschluss des Camps bildete ein großes Summary. Alle Workshopergebnisse wurden einander vorgestellt und gemeinsam besprochen – sodass alle in jeden Themenbereich einen Einblick erhielten.

Als Referenten konnten wir neben den oben genannten auch Léa Briand (Pressesprecherin Abgeordnetendwatch), Daniela Kolbe (MdB), Xenia Giljarevskaja (Fitnesstrainerin und Social Media Influencerin), Christian Bollert (Geschäftsführer Detektor FM), Elisabeth Bahlke (Video-Konzepterin und YouTuberin), Jürgen Kasek (Rechtsanwalt und Stadtrat), Sascha Kodytek (Initiator Zukunft Sachsen), Jan Baldszuhn (Kanzlei Hoesmann) sowie Jens Hagelstein (Universität Leipzig) gewinnen.

Wir bedanken uns bei allen Referenten, Teilnehmern und dem Orga-Team von pioneer communications!