„Sorbisch? Na klar.“ – mit dieser Botschaft startete im Februar 2020 unsere Imagekampagne für die sorbische Sprache im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Ziel ist es, die Akzeptanz für die sorbische Sprache in der Lausitz zu steigern und die Wertschätzung ihres Gebrauchs in der Öffentlichkeit zu fördern. Genau ein Jahr später ist es Zeit für eine erste Zwischenbilanz des Projekts, das wir samt Online-Magazin, Social-Media-Kanälen, Out-of-home-Maßnahmen und Eventmanagement zusammen mit dem Ministerium umgesetzt haben.

Mit über 1.400 Followern auf Instagram zählt die Social-Media-Präsenz von „Sorbisch? Na klar.“ bereits jetzt zu den größten Portalen zum Thema sorbische Sprache und ist damit so präsent wie die etablierten Kanäle von „MDR Satkula“, „MDR Serbja“ und dem „Ansambl Bautzen“. Zurückzuführen ist dies auf eine hohe Sichtbarkeit im Siedlungsgebiet: Unter anderem macht in der Oberlausitz ein gebrandeter Linienbus, der schnell zum beliebten Fotomotiv wurde, auf die Kampagne aufmerksam. Ein großflächiges Fassaden-Painting mit Keyvisual, Fahrgast-Werbung in 120 Linienbussen des Regionalverkehrs und die ersten sorbischen Giphy-Sticker transportieren die Kampagne in den Alltag und die Freizeit. Ein im Kampagnen-Design gestalteter Zug erreicht und begeistert nun auch Reisende und unterstreicht den Erfolg der zahlreichen Out-of-home-Maßnahmen ein Jahr nach dem Start der Kampagne.

Ein regionales Online-Magazin als Kampagnenherzstück

Bereits über 23.000 regelmäßige Website-User zählt das Online-Magazin, das mit zielgruppenspezifischen Qualitätscontent über die sorbische Sprache berichtet. Es nimmt bewusst die Perspektive der in der Region lebenden Lausitzer*innen ein und lässt neben engagierten Menschen aus der Region auch prominente Interviewpartnerinnen persönlich und authentisch über ihren Alltag mit der sorbischen Sprache berichten. So stand zum Beispiel die bekannte sorbische Schauspielerin Gabriela Maria Schmeide für ein Interview zur Verfügung – 2020 für ihren Film „Systemsprenger“ mit dem Deutschen Filmpreis für die beste weibliche Nebenrolle ausgezeichnet.

Darüber hinaus arbeitet das Online-Magazin in Vergessenheit geratenes Wissen wie sorbische Sagen, Wortherkünfte und Vokabeln modern auf und spricht damit vor allem 14- bis 40-jährige Lausitzer*innen an – egal ob sorbische oder deutsche Muttersprachler*innen.

Ein Jahr voller Emotionen

Das Eröffnungsevent Anfang Februar 2020 konnte noch stattfinden. Danach mussten geplante Maßnahmen auch bei „Sorbisch? Na klar.“ umgewandelt werden. Aus Events wurden digitale Highlights: So reagierten wir mit der Kampagne konkret auf regionale Umstände, die sich durch die Corona-Pandemie ergaben und boten zum Beispiel mit einer digitalen „Osterreiter-Prozession“ eine reichweitenstarke digitale Alternative zum erstmalig abgesagten Traditionsereignis.

Die Corona-Pandemie und damit einhergehende Maßnahmen stellte jede*n 2020 vor persönliche oder auch berufliche Herausforderungen. So war es auch die richtige Entscheidung, einen Mix aus Online- und Out-of-home-Maßnahmen anzubieten, um die sorbische Sprache als selbstverständlichen und wertvollen Teil der Region sichtbar zu machen. Ronny Uhlemann, verantwortlicher Accountmanager bei uns, resümiert: „Egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld, wir alle entwickeln uns und wachsen durch positive Impulse von außen. Es ist deshalb umso wichtiger, sich auch in einer Zeit besonderer Gegebenheiten für diesen kulturellen Schatz Sachsens einzusetzen und insbesondere Nichtsorb*innen für diesen zu begeistern und diesen im wahrsten Sinne näher zu bringen. Das bestärkt Sorbinnen und Sorben auch darin, diesen Sprachschatz zu pflegen und weiterzugeben.“

Hier erfahren Sie mehr zur Kampagne.