Mittlerweile haben viele von uns gelernt zu teilen. Egal, ob E-Scooter, Autos oder Fahrräder. Das Konzept ist für manche Menschen aber immer noch neu – so auch teilweise die Anbieter. Deshalb braucht es immer wieder Kommunikation, um Marken zu verbreiten und­ den Mobilitätswandel aktiv zu gestalten. Wir haben die öffentliche Wahrnehmung und den kommunikativen Auftritt der 7 wichtigsten Shared Mobility Anbieter im deutschsprachigen Raum unter die Lupe genommen. Zudem haben wir Herausforderungen und Chancen untersucht, sowie Fixes formuliert. Lesen Sie, wie Lime, Uber, Share Now, CleverShuttle, Nextbike, FreeNow und UfoDrive dabei abschneiden – in unserem kostenlosen Media Check: Shared Mobility (PDF-Dokument, 27 Seiten).

Die wichtigsten Erkenntnisse zu CleverShuttle, Nextbike und Lime haben wir in diesem Blogpost zusammengefasst.

 

CleverShuttle – lautlose Zukunft nur in Düsseldorf und Leipzig?

Presse-Echo:
Coverage 4/5 Sterne, Tone 3/5 Sterne

Sentiment:
🙂 17% 😐 17% ☹️ 66%

Für CleverShuttle geht es in der Kommunikation nach wie vor um Awareness für das Produkt „Ridesharing“. Dieses ist auch heute noch für viele Verbraucher*innen erklärungsbedürftig. Zudem ist der Mobilitätsmarkt hart umkämpft. Mit anderen Worten: Qualität, Service und das „gewisse Etwas“ machen den Unterschied.

COVID-19 ist in der Presselandschaft aktuell allgegenwärtig. Umso auffälliger ist es, dass CleverShuttle eher zurückhaltend ruhig zum Thema informiert. Bis auf die Kommunikation aktueller Vorsichtsmaßnahmen im Pressebereich finden sich im Blog oder auf den sozialen Kanälen nur wenig Hinweise zur Thematik. Keine Interviews, keine großen Statements. Die Berichterstattung zum Unternehmen dominieren eher der Sparkurs der Deutschen Bahn und der damit kolportierte Rückzug von CleverShuttle aus den meisten Städten – Düsseldorf und Leipzig ausgenommen.

Schauen wir beispielhaft auf die auslaufende Konzession in Berlin zum August 2020, könnte sich das Unternehmen besser positionieren. Zahlen und Fakten, die Nutzen und umweltförderliche Details transportieren, aber auch die Zusammenarbeit im Zuge des Personenbeförderungsgesetzes könnten in den Blickpunkt rücken. Berlin hat als Hauptstadt einen gewissen „Leuchtturmcharakter“ und ist daher richtungsweisend. Bisher klingt es am digitalen Kiosk aber mehr nach Abgesang als nach Aufbruch für CleverShuttle. Ehrgeizige Pläne gibt es, wie etwa das Geschäftsgebiet auszuweiten und die Außenbezirke der Hauptstadt zu stärken. Hier lässt sich kommunikativ anknüpfen, indem die Vorzüge im Verbund mit Taxiunternehmen und ÖPNV thematisiert werden. Kommunikativ sollte CleverShuttle proaktiver vorangehen und Themen aus der eigenen DNA besser besetzen. Das Unternehmen möchte zu den „Guten“ gehören – und das sind sie mit Blick auf Fairness und Nachhaltigkeit auch.

In der öffentlichen Ansprache ist jedoch Luft nach oben. CleverShuttle muss an sich arbeiten. Das zeigen insbesondere zahlreiche negative Kommentare und schlechte Bewertungen auf den digitalen Plattformen.

Nextbike – das Momentum richtig genutzt?

Presse-Echo:
Coverage 4/5 Sterne, Tone 4/5 Sterne

Sentiment:
🙂 27% 😐 66% ☹️ 7%

Mit zwei bis drei Pressemitteilungen im Monat erzielt Nextbike eine gutes Medienecho. Thematisch sind dies überwiegend Unternehmensinformationen, die den Ausbau der Fahrradflotte thematisieren oder erste Zahlen und erfolgreiche Kooperationen in den Mittelpunkt rücken. So weit, so unaufregend. Ergänzend platziert das Unternehmen Advertorials, die einen etwas persönlicheren Blick auf die Menschen hinter den Fahrrädern werfen. Insgesamt ist die Berichterstattung meist neutral und durchaus positiv.

Den YouTube-Kanal dominieren – bei einer übersichtlichen Anzahl an Videos – insbesondere Erläuterungen zum Bikesharing-Modell und Servicethemen sowie Videos für potenzielle Werbepartner und Stimmungsbilder zu Launch-Events. Die Social-Media-Kanäle fungieren als Sammelbecken für alle Infos rund ums Rad. Eine inhaltliche Struktur, Serien oder thematische Kategorien lassen sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Viele Beschwerden auf diesen Kanälen beziehen sich auf Fehlfunktionen von Fahrrädern. Einige User äußern, es sei manchmal schwierig, die Abstellstationen von Nextbike zu finden und sie hätten Probleme mit der App bzw. mit überhöhten Gebühren. Die meisten Kunden von Nextbike sind jedoch zufrieden damit, wie der Kundendienst mit Beschwerden umgeht.

Lime – mit vollen Akkus in den Startlöchern?

Presse-Echo:
Coverage 3/5 Sterne, Tone 4/5 Sterne

Sentiment:
🙂 19% 😐 67% ☹️ 14%

Um sich von Mitbewerbern abzuheben, ist der reine Preiskampf allein eine schlechte Wahl. Vielmehr geht es darum, auch im pandemiebedingten Krisenmodus weiterhin Trends zu erkennen, Nachhaltigkeits- und Umweltthemen aufzugreifen und auf den Wert von E-Scootern für die Nutzer*innen im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu fokussieren. Vermeintliche Tabuthemen darf es hierbei nicht geben. Vor diesem Hintergrund sind die Kommunikationsaktivitäten von Lime durchaus stimmig. In der Ansprache setzt das Unternehmen gezielt auf Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und die zentralen Mobilitätsbedürfnisse seiner Kund*innen, wie etwa in Gestalt des Videos „Five ways Lime is working on sustainability“ oder den „How to lime“-Verhaltensregeln.

Hygienetipps und -vorkehrungen in Zeiten von Corona finden sich in Presseinterviews und auf der Webseite ebenso wie Antworten auf genutzte regenerative Energie, die Lebenszeit und verwendeten Materialien der E-Scooter oder die Vorteile einer Verkehrswende mit geringeren CO2-Emissionen.

Bei CleverShuttle, Nextbike und Lime bleiben unterm Strich interessante Takeaways, die sich mitunter schnell umsetzen lassen. Aber manchmal sind eben auch breitere Fahrradstreifen ein Großprojekt.

Den kompletten Media Check der 7 wichtigsten Shared Mobility Anbieter in Deutschland (27 Seiten) können Sie sich hier kostenlos herunterladen. Mit dabei sind Lime, Uber, Share Now, CleverShuttle, Nextbike, FreeNow und UfoDrive. Viel Spaß beim Lesen!

Sie möchten, dass wir auch Ihre Kommunikation analysieren und Ihrer Marke dabei helfen, geliebt zu werden? Dann kontaktieren Sie uns jetzt!