Deutscher Ringer-Bund e.V.

Der Deutsche Ringer-Bund e.V. (DRB) ist die 1972 gegründete Dachorganisation der deutschen Ringervereine und von Vereinen mit Ringsportabteilungen.
Er ist auch das Dach der Landesorganisationen. Seit der Gründung des DRB war Deutschland Gastgeber der Ringer-Europameisterschaften 1975, 1991 und 2011. Mehr Informationen zum DRB gibt es hier.

Public Affairs: erfolgreiches „Ringen um Olympia“

Im Frühjahr 2013 fällte das Internationale Olympische Komitee (IOC) eine folgenschwere Entscheidung: Um den Olympischen Spielen einen moderneren Anstrich zu geben, sollten neue Sportarten ins Programm aufgenommen und bestehende gestrichen werden. Weichen sollte ausgerechnet der olympische Ringkampfsport – ab den Spielen 2020 (jetzt 2021). Mit vereinten Kräften stemmte sich die an den Rand gedrängte Sportart weltweit gegen diese Entscheidung. In Deutschland und Österreich wurde pioneer communications damit betraut, die Bevölkerung, die Medien und auch die Entscheidungsträger über die Problematik zu informieren und die Katastrophe noch abzuwehren – mit Erfolg. Durch eine gezielte Graswurzelkampagne, ein Netzwerk prominenter Multiplikatoren und durch authentische Medienarbeit wandelte sich die öffentliche Wahrnehmung von Desinteresse über eine Solidarisierung mit den Ringkämpfern bis hin zur Empörungswelle. Für die Kampagne „Ringen um Olympia“ wurden wir mehrfach – auch international – ausgezeichnet.

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Mission

Obwohl Ringen eine der ältesten olympischen Disziplinen ist, beschloss das Exekutiv-Gremium des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 12. Februar 2013, dass die Kampfsportart aus dem Programm der Olympischen Spiele 2020 gestrichen werden soll. In der Wahrnehmung des IOC hatte sich die Sportart nicht weiterentwickelt und den Zuspruch der Öffentlichkeit verloren.

Unser Auftrag durch den Deutschen Ringer-Bund e.V. war es, die Wahrnehmung des IOC und der politischen Entscheidungsträger in Deutschland zu verändern, die öffentliche Meinung zu Ringen in Deutschland positiv zu beeinflussen und dazu beizutragen, dass die Entscheidung revidiert wird. Dabei waren nur minimale Mittel vorhanden und ein kaum ausgebautes Mediennetzwerk. Der Sportart drohte – auch medial – die Schulterniederlage.

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Umsetzung

Um die vorhandenen Mittel bestmöglich und schnell einzusetzen, aktivierten wir die Pressesprecher und Mitglieder der lokal verteilten Vereine. Damit konnten die Kräfte – mit überschaubaren Qualitätsverlusten – maximiert werden. Innerhalb der Kampagne „Ringen um Olympia“ verteilten wir so über freiwillige Helfer zehntausende Flyer, sammelten über 100.000 Unterschriften und gewannen prominente Unterstützer wie Wolfgang Schäuble oder Franz Beckenbauer als Fürsprecher. Das deutsche Echo auf die IOC-Entscheidung wurde damit schnell sehr laut und sehr eindeutig – Ringen muss olympisch bleiben. 14 Wochen nach dem Start der Kampagne entschied das IOC Ende Mai 2013, Ringen auf die Shortlist für eine Wiederaufnahme zu setzen, und schuf eine kuriose Situation: In einem Termin sollte sowohl über die Abwahl der Sportart als auch über eine mögliche Wiederaufnahme entschieden werden.

In den Wochen bis zur finalen Entscheidung schufen wir in der öffentlichen Wahrnehmung durch gezieltes Storytelling ein geschlossenes Bild in Deutschland und intensivierten zugleich die Kontakte mit Medien und Prominenten sowie der Politik. Zahlreiche Spitzensportler anderer Disziplinen schlossen sich dem „Ringen um Olympia“ an und solidarisierten sich. Weitspringer, Kanuten, Diskuswerfer und viele andere machten sich für die Ringer stark, Ikonen wie Gewichtheber Matthias Steiner oder Fußball-Legende Franz Beckenbauer ließen sich für die Kampagne zitieren. Letzten Endes erreichten wir über die lokalen Bundestagsabgeordneten in den Ringkampf-Regionen Deutschlands sogar ein positives Votum des Deutschen Bundestages: Der Sportausschuss appellierte aktiv an das IOC und Thomas Bach, Ringen im Olympischen Programm zu belassen.

Mit einer eigenen Kampagnenseite, einem Videoaufruf auf Facebook, analogen Maßnahmen wie Flyern, Events oder einer Bundestags-Postkartenaktion sowie zahlreichen Druck- und Web-Vorlagen zur freien Verwendung in den Vereinen organisierten wir in kürzester Zeit eine maximale Kontaktzahl auf höchstem Niveau und mit entsprechendem Medienecho.

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Evaluation

Am 8. September 2013 beschloss das Internationale Olympische Komitee in Buenos Aires, Ringen aus der Liste der olympischen Sportarten zu streichen. Einige Minuten später wählte es aus drei verfügbaren Kandidaten eine Sportart als Nachrücker aus – und kassierte seine eigene Entscheidung. Der Ringkampf hatte sich gegen Squash und Baseball durchgesetzt – zu stark war die Welle der Empörung, zu mächtig das weltweite Medienecho zugunsten der Gründungssportart. Auch das „Ringen um Olympia“ war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Mit 130.000 Unterschriften, mehr als 400 Veröffentlichungen in Deutschland und Österreich sowie zigtausenden Direktkontakten mit Entscheidungsträgern aus lokaler wie nationaler Ebene hatten wir die öffentliche Meinung über Monate positiv beeinflusst und Ringen hierzulande stärker ins Rampenlicht gerückt als jemals in den vielen Jahren zuvor.

Für die nationale Kampagne „Ringen um Olympia“ wurden wir von der Fachjury der PR Report Awards mehrfach ausgezeichnet: Moderator Jan Böhmermann übergab nicht nur in der Kategorie „Public Affairs“ die begehrte Trophäe – „Ringen um Olympia“ wurde darüber hinaus auch zur besten Kampagne des Jahres gewählt und erhielt den erstmals vergebenen „Grand Slam“-Titel der PR Report Awards. Auch international erregte das Projekt Aufmerksamkeit: Wir erhielten für die Gesamtstrategie auch den „European Excellence Award“ im Bereich Public Affairs.

Eine Auswahl initiierter/begleiteter Veröffentlichungen:

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