Authentisches Employer Branding braucht eine ausführliche und strategische Grundlage – das ist völlig klar. Nicht umsonst beschäftigen sich viele Personalabteilungen, HR-Experten und Agenturen ausführlich mit dem Aufbau von Arbeitgebermarken. Doch es gibt Situationen, in denen vor allem externes Employer Branding schnell gehen muss und sei es während einer globalen Krise wie der Corona-Pandemie. Wir zeigen, wie mit ein wenig Grundlage viel erreicht werden kann.

Viele Arbeitgeber stecken gerade in einer komplizierten Situation: Zum einen befindet sich die Welt im kontaktlosen Krisenmodus, branchenübergreifend herrscht immer noch Kurzarbeit und viele Arbeitnehmer, Freelancer und Selbstständige bangen weiter um ihre Existenz. Zum anderen tritt zumindest in Deutschland langsam das Gefühl einer Erholung ein. Auch wenn nach wie vor Vorsicht geboten ist, füllen sich doch wieder Büros, öffnen Restaurants und die Menschen fangen wieder an zu wirtschaften. In dieser verworrenen Situation schlummert die Chance für das Employer Branding, denn der Fachkräftemangel hat sich nicht in Luft aufgelöst.

Jeder Zweite sucht nach der Krise einen neuen Job

Laut einer Studie von Karriere.at geben rund 50% der befragten Arbeitnehmer an, nach der Krise einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Einige Arbeitgeber werden Mitarbeiter entlassen müssen, aller Hilfen zum Trotz. Andere Firmen werden es vielleicht gar nicht durch die Krise schaffen. Bei aller Empathie für diese Unternehmen, hinter denen immer auch Menschen und ihre Schicksale stehen, bedeutet dies auch: In den deutschen Arbeitsmarkt kommt Bewegung. Jetzt gilt es, die frei gewordenen Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen und langfristig zu binden. Diese Chance sollten sich Arbeitgeber durch gezieltes externes Employer Branding nicht entgehen lassen.

Bewegung im Arbeitsmarkt – eine Chance für die Employer Brand

Unternehmen, die sich in den letzten Monaten oder Jahren bereits ein wenig mit den eigenen Werten und ihrem Bild als Arbeitgeber beschäftigt haben, sollten nun ganz klar ins praktische Handeln kommen! Arbeitgeber, die sich jetzt vom Wettbewerb durch eine klare Positionierung abgrenzen, vergrößern ihre Möglichkeiten, die passenden Bewerberinnen und Bewerber zu finden, die sie schon lange suchen. Also zeigt her eure Benefits! Zeigt eure Testimonials und Bewertungen! Zeigt in euren Stellenanzeigen, was ihr wirklich zu bieten habt!

Hier ein paar praktische Tipps für den gelungenen Auftritt im externen Employer Branding:

  1. Checken des Status Quo: Ist ihr Arbeitgeberauftritt so wie Sie es sich wünschen? Was wollen Sie schon seit Jahren verbessern? Was kann schnell umgesetzt werden? Was sollten Sie mit mehr Ruhe angehen?
  2. Kennen Sie sich selbst: Ja hier geht es um eine schnelle Lösung, dennoch sollten Sie sich im Klaren sein, was sie nach Außen transportieren möchten. Können Sie auf Gespräche mit Mitarbeitenden, auf Kununu-Bewertungen oder Mitarbeiterbefragungen zurückgreifen? Vielleicht haben Sie schon mal einen Workshop zum Thema gemacht? Greifen Sie jetzt mit Mut das auf, was sie schon in der Schublade haben!
  3. Mit Originalität aus der Krise: Auch wenn Sie ein gutes Selbstbild haben, genügt die Aufzählung von Benefits heute nicht mehr, um Aufmerksamkeit zu erregen. Schaffen Sie Platz im Corporate Design für Ihre Employer Brand und verpassen Sie ihr einen stringenten Auftritt.
  4. Ein Bild sagt mehr als…: Ein authentischer Auftritt lebt von seinen Bildern. Ein guter HR-Fotograf erfasst Ihre Unternehmenskultur und macht sie für einen Betrachter spürbar. Auch unter Kontaktbeschränkungen ist ein Employer Branding Fotoshooting gut investiertes Geld.
  5. Klein anfangen: Wenn es schnell gehen soll, sollten Sie realistische Prioritäten setzen. Können Sie jetzt innerhalb eines Monats ihre Karriere-Website überarbeiten? Wahrscheinlich nicht. Könnten Sie Ihre Stellenanzeigen optimieren, neu formatieren, attraktiv umschreiben – schon eher! Konzentrieren Sie sich auf Aktionen, die Sie zeitnah umsetzen können.

All das kann einem Unternehmen dabei helfen, jetzt schnell seiner Employer Brand Leben einzuhauchen. Gerade wenn Karriere-Messen ausfallen, der persönliche Kontakt entfällt, und auch die Personalabteilung auf den freundlichen Handschlag verzichten muss, kann externes Employer Branding einen guten ersten Eindruck bei Bewerberinnen und Bewerbern hinterlassen.

Endlich ins Handeln kommen

Dennoch bleibt es eine Abwägungssache: Jeder Arbeitgeber sollte sich darüber klar werden, ob er sich auf seine Einschätzung der Arbeitgebermarke verlassen kann. Wer unsicher ist, wie er wahrgenommen werden will, oder wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitgeber sehen, der sollte auf eine umfangreiche, strategische Analyse der Employer Brand nicht verzichten. Für diejenigen, die schon ein gutes Selbstbild haben: Genug analysiert! Jetzt wird gehandelt!

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Bild: Unsplash