Von einzelnen Stimmen zur großen Entscheidung!

Wie der Ringkampfsport einen „Grand Slam“ landete

Blicken wir in die Geschichtsbücher und zurück auf den Pädagogen Pierre de Coubertin. Ihm ist es zu verdanken, dass seit 1896 die Olympischen Spiele der Neuzeit alle vier Jahre stattfinden. Als Grunddisziplin von Beginn an dabei: Der Ringkampf als eine der ältesten Sportarten der Welt. Fair und verletzungsfrei, klar geregelt, ohne äußere Hilfsmittel, ein purer Zweikampf mit einem Sieger. Ein Sport, der weltweit verbreitet ist und ohne größere Zugangsvoraussetzungen für alle Bevölkerungsgruppen auskommt, ein Sinnbild für den olympischen Gedanken de Coubertins.

Zuletzt allerdings musste Ringen um diesen Status als Olympiasportart kämpfen – im Februar 2013 setzte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Ringen überraschend auf die Streichliste für die Sommerspiele 2020. Mit der darauf folgenden Reaktion aber hatte das IOC nicht gerechnet.

Die Ausgangssituation
Nach der Bekanntmachung der IOC-Pläne starteten sowohl der internationale Ringer-Verband FILA als auch der Deutsche Ringer-Bund e.V. übergreifende Kampagnen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und den Olympia-Status des Ringens zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war Ringen de facto seitens des IOC gestrichen – noch nie war die IOC-Exekutive einer Empfehlung ihres Gremiums nicht gefolgt.

Die Zielstellung
pioneer communications  hatte vom Deutschen Ringer-Bund e.V. die Aufgabe erhalten, in den verbleibenden sieben Monaten die Öffentlichkeit über die Pläne des IOC zu informieren und auf die Konsequenzen für den Sport und für Olympia aufmerksam zu machen. Die zentrale Aufgabe war es dabei, Unterstützer für den Erhalt der Sportart bei Olympia zu finden und optimal zu organisieren, auch in der Außenkommunikation. Alle Aktivitäten sollten unter einem Dach und unter einem Motto zentral gebündelt werden.
 


Der pioneer communications Ansatz
pioneer communications – durch Geschäftsführer Benedict Rehbein mit der Sportart vertraut - setzte dieses Ziel für den DRB in kürzester Zeit um. Die Agentur konzipierte eine Dachkampagne, kreierte sowohl Logo als auch Kernbotschaften und bündelte national alle Aktionen in Deutschland und später sogar Österreich. Unter dem Motto „Ringen um Olympia“ konzentrierte sich die Kampagne auf fünf Kernbereiche:
1.    Ringen positiv darstellen (Öffentlichkeitsarbeit)
2.    Wille zur Erneuerung zeigen (u.a. durch Verbesserungsvorschläge und die Kampagnenwebseite)
3.    Bewahren des Medieninteresses über den ganzen Zeitraum (z.B. über neue Blickwinkel, Events etc.),
4.    Kanalisierung des Protests und
5.    Informationen zum Olympischen Gedanken/Geist generell (neue Unterstützergruppen erschließen, wegkommen vom Thema Ringen/Streichung allein).

Ein elementares Ziel war es, Unterstützer zu finden. Die integrierte Kommunikationsstrategie erlaubte es den Landesverbänden, eigene Kommunikationsaktivitäten zu steuern. Wir wollten mit dem IOC und seinen Institutionen in einen fairen Dialog treten und die Gemeinsamkeiten des Ringens sowie die Grundidee der Olympischen Spiele herausstellen.

Dazu aktivierten wir mit vorgefertigten Motiven und Textbausteinen lokale und überregionale Unterstützer und ließen alle Helfer aktiv ihr Netzwerk anfragen. Alle Ergebnisse wurden bei pioneer gebündelt und flossen in die Gesamtkampagne ein: Prominente, Unterschriftenlisten, Bildmaterial und lokale Events kamen zusammen und wurden weiter verwendet. Deutschlandweit erstellten wir einen Imagetrailer für die Sportart. Klare Botschaft: Ringen ist überall verwurzelt – und muss olympisch bleiben.

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Die ersten Früchte der Kampagne zeigten sich im Mai 2013: Das IOC setzte Ringen in einer internen Sitzung auf die „Shortlist“ der Sportarten, die sich um den letzten Platz in der Riege der olympischen Disziplinen bewerben. Damit schuf sich das IOC ein Dilemma: Ringen war zugleich Streich- und Aufnahmekandidat für die Spiele 2020 geworden.

Auf zentralen Veranstaltungen verteilte pioneer 20.000 Postkarten mit diversen Kampagnenmotiven und aufklärenden Texten rund um den Ringkampfsport. Von dort sendeten die Unterstützer die Karten an die zahlreichen regionalen Bundestagsabgeordneten, zugleich sammelten die Helfer im ganzen Bundesgebiet über 130.000 Unterschriften, die dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) übergeben wurden.



Mit Erfolg: Der Deutsche Bundestag und zahlreiche Landtage positionierten sich pro Ringen, Prominente wie Matthias Steiner, Franz Beckenbauer, Wolfgang Schäuble oder Ole Bischoff gaben ihre Stimme für den Ringkampfsport ab. Getragen von dieser Stimmung sprachen auch die durchgehend von pioneer informierten Medien eine klare Sprache: Ringen muss olympisch bleiben!

Zum Endspurt vor der finalen Entscheidung des IOC aktivierte pioneer communications schließlich nochmals Fans und Unterstützer mit dem viralen Projekt „Olympic Spirit". Bei dieser T-Shirt- Aktion wurden auf Facebook Shirt-Botschafter ausgewählt, die fünf T-Shirts in den olympischen Farben an Freunde in der ganzen Welt verschickten. Die Reisestationen wurden mit Bildern dokumentiert und die Shirt-Routen auf einer Weltkarte laufend aktualisiert. Fans und Unterstützer konnten das Projekt auf Facebook hautnah miterleben. Die T-Shirts legten insgesamt eine Reiseroute von über 90.000 Kilometern zurück. 


Das Ergebnis
Die von der Leipziger Kommunikationsberatung konzipierte nationale Kampagne gab dem Ringkampfsport wieder eine Stimme und trug dazu bei, die öffentliche Meinung rund um den Ringkampfsport zu formen und den Verbleib im Olympischen Programm zu unterstützen – mit Erfolg: Mehr als 130.000 Unterstützer konnte die Kampagne „Ringen um Olympia“ für sich gewinnen. Neben vielen Prominenten forderte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, das IOC solle „diese falsche Entscheidung korrigieren“. Angestoßen durch den deutschen SPD-Abgeordneten Ismail Ertug sprach sich schließlich auch das EU-Parlament dafür aus, dass Ringen weiterhin olympisch bleiben müsse. Mithilfe des Projekts „Olympic Spirit“ gelang es pioneer zudem, Ringerfans auf der ganzen Welt über das Social Web miteinander zu verbinden und sie im zweiten Teil der Kampagne zu motivieren, sich noch einmal gemeinsam für das Ringen stark zu machen. Die weltweiten gemeinsamen Anstrengungen und das mediale Echo sicherten der Sportart die offizielle Olympiateilnahme für 2020 und 2024: In einem klaren Votum stimmten die IOC-Mitglieder im September 2013 für eben jene Sportart, deren Streichung sie noch einige Monate zuvor so befürwortet hatten.

Die Kampagne "Ringen um Olympia" wurde als beste PR-Kampagne des Jahres 2014 ausgezeichnet und erhielt den erstmals vergebenen „Grand Slam“-Titel der jährlichen PR Report Awards. Zusätzlich vergab die Jury auch in der Kategorie "Public Affairs" die begehrte Trophäe an pioneer communications. Bereits Ende 2013 durfte pioneer für den Einsatz an der Matte den „European Excellence Award“ für Public Affairs entgegen nehmen.